#144 VogtlandPanoramaWeg - Göltzschtalbrücke - Köhlerspitzen
Wanderungen
#144
04.01.2026
Vogtland Panorama Weg (VPW) - Göltzschtalbrücke - Köhlerspitzen
Kurz & kompakt:Region: Vogtland (Sachsen)
Start/Ziel: Umgebung Netzschkau / Mylau
Wegtyp: Rundtour
Jahreszeit: Winter - Eis und Schnee beachten
Charakter: ruhig, märchenhaft, naturnah
Untergrund: verschneit, Waldwege, schmale Pfade, Treppen, Felsabschnitte
Schwierigkeit: mittel
Ausrüstung: feste Wanderschuhe, Trittsicherheit
Einkehr: unterwegs keine sichere Einkehr (Winter)
Im Schnee durch das Vogtland – Einsam unterwegs auf stillen Wegen
Der Winter hat das Vogtland fest im Griff. Schnee liegt auf den Wegen, dämpft jedes Geräusch und verwandelt bekannte Pfade in eine stille, beinahe zeitlose Landschaft. Schon mit den ersten Schritten wird klar: Heute sind wir fast allein unterwegs – und genau das macht diese Wanderung so besonders.
Verschneite Wege führen durch dichte Wälder, vorbei an vereisten Ästen und knirschendem Untergrund. Immer wieder geht es an der Göltzsch oder anderen Bächen entlang. Besonders reizvoll ist der Köhlersteig der über die Köhlerspitzen bis ins thüringische Greiz führt. Der Weg ist gut ausgeschildert, da in kurzen Abständen Wegmarkierungen zu finden sind. Vom Parkplatz direkt bei der Göltzschtalbrücke geht erst über ein Feldweg hinauf auf dem VPW, von dessen man einen herrlichen Blick auf die größte Ziegelsteinbrücke der Welt hat. Der Weg führt durch den Wald direkt bis an die Brücke.
Verschneite Wege führen durch dichte Wälder, vorbei an vereisten Ästen und knirschendem Untergrund. Immer wieder geht es an der Göltzsch oder anderen Bächen entlang. Besonders reizvoll ist der Köhlersteig der über die Köhlerspitzen bis ins thüringische Greiz führt. Der Weg ist gut ausgeschildert, da in kurzen Abständen Wegmarkierungen zu finden sind. Vom Parkplatz direkt bei der Göltzschtalbrücke geht erst über ein Feldweg hinauf auf dem VPW, von dessen man einen herrlichen Blick auf die größte Ziegelsteinbrücke der Welt hat. Der Weg führt durch den Wald direkt bis an die Brücke.
Der Vogtland Panorama Weg (VPW)
... ist ein 225 Kilometer langer Rundwanderweg durch das Vogtland und bietet insgesamt 82 Panorama-Aussichten, woher der Wanderweg seinen Namen hat. der Rundweg kann in 12 Etappen mit zwischen 12 bis 24 Km Länge absolviert werden.
Mehr Informationen zum VPW findet ihr hier im LINK
Die Göltzschtalbrücke – Monument im Winterkleid
Immer wieder öffnet sich der Wald – und plötzlich steht sie da: die Göltzschtalbrücke. Mächtig, ruhig, fast ehrfürchtig.
Der Blick auf das größte Ziegelsteinviadukt der Welt wirkt im Winter noch eindrucksvoller. Schnee hebt die Konturen und vor allem das Rot der Ziegel hervor.
Der Blick auf das größte Ziegelsteinviadukt der Welt wirkt im Winter noch eindrucksvoller. Schnee hebt die Konturen und vor allem das Rot der Ziegel hervor.
Erbaut wurde die 78m hohe und 574m lange Brücke von 1846 bis 1851. Die bis zu max. 1736 Arbeiter verbauten mehr als 26 Millionen Ziegel, für Gerüste und ähnliches wurden 23.0000 Holzstämme verarbeitet. Die Kosten für die Erbauten betrugen 2,2 Millionen Taler (od. 16,6 Millionen Goldmark). Ein echt beeindruckendes Bauwerk, dass seit über 150 Jahren steht - heutige Brücken überdauern nicht so lang :-)
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Köhlersteig & Köhlerspitzen – Felsen, Eis und Konzentration
Der Köhlersteig zählt zu den anspruchsvolleren Abschnitten der Tour. Schmale Pfade, Felsen und teils vereiste Treppen verlangen Trittsicherheit und Konzentration. Die Köhlerspitzen ragen dunkel aus dem Schnee und verleihen dem Abschnitt eine fast alpine Anmutung. Kantig und still wachen diese seit Jahrhunderten über das Tal.
Hier wird die Wanderung langsamer. Bedächtiger. Und genau das passt.
Mehre Aussichtspunkte bieten einen wunderschöner Ausblick auf das Göltzschtal. Die Köhlerspitze (345m ü.N.N.) liegt auf dem höchsten Punkt des Steigs. Der Einstieg befindet zum Köhlersteig befindet sich bei der Schwarzhammermühle und führt am rechten Hang des Göltzschtales entlang durch die Wälder der Irchwitzer und Reinsdorfer Flure und den Sorgwald von Greiz nach Netzschkau. Der Köhlersteig ist Teil des Vogtland Panorama Weges und erschließt die Schönheiten des Landschaftsschutzgebietes Unteres Göltzschtal.
Im Sorgbruch herrscht eine besondere, fast mystische Stimmung. Der Verheißungen-Wasserfall zeigt sich im Winter teilweise gefroren – Eisformationen ziehen sich über den Fels, während das Wasser leise weiterfließt. Heute war der Wasserfall total vereist, lt. komoot ist bei noch größerer Kälte Eisklettern möglich. Am Steinbruch befindet sich auch ein altes Gebäude (Lostplace) das vom Fels bis hinunter an die Göltzsch reicht - vermutlich als Verladestation gedacht. Hier verließen wir den Köhlersteig und überquerten die Göltzsch.
An der Göltzsch selbst waren auch heute wieder Menschen im Wasser mit Eimer und Sieb - sie waren auf der Suche nach Gold, ja richtig gelesen: Gold! Im Fluss gibt es tatsächlich Gold und es gab auch bis 1750 zahlreiche Goldwaschwerke.
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Hinter dem Gasthaus Waldfrieden geht es hinein ins Stoppbachtal, hier wird es besonders einsam. Breite Waldwege wechseln mit schmalen Pfaden, der Schnee liegt unberührt, die Stille ist allgegenwärtig. Es geht immer am Stoppbach entlang auch nach der Überquerung der Greizer Straße. Der Pfad am Brockauer Dorfgraben wird seinen Namen gerecht, außer Tierspuren von Rehen waren keine Spuren im Schnee erkennbar. Am Ende des Pfades geht es wieder auf breite Wege, dafür geht es nun steil bergauf.
Blick vom Galgenberg auf die Göltzschtalbrücke
Der Aufstieg zum Galgenberg belohnt mit einem der schönsten Ausblicke der Tour. Tief unten spannt sich die Göltzschtalbrücke über das Tal – ein beeindruckender Kontrast aus Technik, Geschichte und winterlicher Natur. Besonders vom einen Rastplatz, der ca. 100m vom Wanderweg entfernt ist lohnt sich der Blick.
Nach dem steilen Aufstieg geht es nun steil bergab zur Göltzschtalbrücke hinunter. Auch der Blick von unten ist spektakulär.
Fazit - Einsamkeit, die trägt
Diese Wanderung ist keine spektakuläre Gipfeltour. Kein Höhenrekord, kein Adrenalin. Und doch bleibt sie lange im Kopf. Vielleicht gerade deshalb.
Das Vogtland zeigt sich hier ehrlich, still und kraftvoll. Wer im Winter hier unterwegs ist, braucht Zeit, Respekt vor den Bedingungen – und die Bereitschaft, allein zu sein.
Man bekommt viel zurück dafür.
Eine Winterwanderung im Vogtland ist mehr als Bewegung - Sie ist Begegnung mit Stille, mit Geschichte, mit sich selbst.
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