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#147 Ottendorf - Großstein - Arnstein - Tägers Wonne - Felsenbummler.de

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#147 Ottendorf - Großstein - Arnstein - Tägers Wonne

Wanderungen
#147
09.03.2026

Einsame Wanderung in der Hinteren Sächsischen Schweiz:
Ottendorf – Großstein – Arnstein - Tägers Wonne

Eine stille, fast vergessene Runde durch die wilde Hintere Sächsische Schweiz.
Von Ottendorf führt diese Wanderung zur Endlerkuppe,
weiter zum Großstein, hinunter ins Kirnitzschtal und schließlich hinauf zum Arnstein (Ottendorfer Raubschloss) und
über einsame Waldpfaden zu Tägers Wonne.
Eine Tour voller Stille, weiter Ausblicke und rauer Natur.








Kurz & kompakt

Start/Ziel: Ottendorf / Auerswalder Aussichtspunkt
Region: Hintere Sächsische Schweiz
Länge: ca. 15 km (erweiterbar um den Kleinstein, dann ca. 20 km)
Höhenmeter aufwärts: ca. 400m
Dauer: ca. 5 Stunden
Schwierigkeit: Mittel (lange Strecke: konditionell fordernd)
Beste Jahreszeit: Frühjahr bis Herbst
Einkehrmöglichkeiten: Neumannmühle, Buschmühle oder Ottendorfer Hütte (Öffnungszeiten beachten)
Aufbruch in eine stille Welt & die Endlerkuppe - ein vergessener Ort

Der Morgen in Ottendorf ist grau.
Dichte Wolken hängen über den Wäldern der Sächsischen Schweiz, und die Sonne scheint heute keine große Lust zu haben, sich zu zeigen, dafür pfeift der Wind ordentlich und lässt uns die Temperaturen noch kühler erscheinen.

Startpunkt ist der kostenlose Parkplatz am Auerswalder Aussichtspunkt, da das beschauliche Ottendorf ein Großbaustelle ist und die sonstigen Wanderparkplätze nicht erreichbar erscheinen. Wir schultern unsere Rucksäcke und laufen auf der Straße die rund 1,5 km nach Ottendorf. Im Ort wird klar, dass wir heute nicht viele Menschen zu Gesicht bekommen werden, fast verlassen liegt es da, nur die Bauarbeiten an der Ortsstraße sind zu hören.

Der Weg steigt langsam an, bis wir die Endlerkuppe erreichen.
Schon von weitem erblickt man den Gebäudekomplex mit seinem Wasserturm.
Das Gebäude, welches 1928-1929 erbaut wurde bot als "Erholungsheim für die Arbeiterjugend" Platz für jeweils 80 Jungen und Mädchen. Der schlanke Wasserturm, wurde zugleich als Aussichtsturm genutzt und verfügt über einen verglastem Windfang und eine Aussichtsterrasse.
Nach 1933 war das Gebäude BDM-Lager (Bund Deutscher Mädels) und wurde nach 1946 als SED-Parteischule genutzt. Nach der Wende wurde es Treuhandeigentum und steht seit 1990 leer. 2009 wurde ein Käufer gefunden, da ein Hotel bauen wollte - 17 Jahre später ist immer noch nix passiert.
Das Gelände ist teilweise eingezäunt, aber auch frei zugänglich und wird Videoüberwacht. Zugang in das Gebäude haben wir keine gefunden, alles ist soweit zugemauert. Um Einblicke vom Inneren zu erhalten muss man das Internet bemühen.

Es fühlt sich an, als würde dieser Ort seine Geschichten nur noch flüstern.

Mehr Infos und Bilder zur Endlerkuppe unter: Ottendorf – Jugenderholungsheim Endlerkuppe | LostplaceWunderland
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Der Großstein – Fenster über das Kirnitzschtal

Von der Endlerkuppe führt der Weg weiter zum Großstein. Vorbei an Feldern geht es in den Wald hinein und der Aufstieg zum Großstein beginnt.
Und dann öffnet sich plötzlich der Blick. Er fällt zum einen tief ins Kirnitzschtal, mit der Kirnitzsch, der Straße aber auch zur Felsenmühle.
Beim Blick in die Ferne, auch wenn heute sehr getrübt, zeichnen sich die markanten Silhouettee der Schrammsteine und der Affenstein, besonders des Bloßstock ab. In die andere Richtung zeigen sich die Lorenzsteine, die Thorwalder Wände und Teile der Böhmischen Schweiz.
Die Landschaft wirkt wild und unberührt und das Beste: Wir sind allein - Kein Mensch weit und breit - nur der Wind weht stark und lässt uns nicht lange auf dem Gipfel verweilen, obwohl viele Bänke zum verweilen einladen.

Abstieg zu den Mühlen ins wilde Kirnitzschtal

Der Pfad führt nun steil bergab. Wurzeln, Felsen und schmale Passagen machen den Weg spannend.
Schließlich erreichen wir das Tal und die alte Felsenmühle.
Von dort folgen wir der Straße vorbei an der historischen Neumannmühle bis zur Buschmühle.
Das Tal wirkt ruhig, keine Autos, selbst am Wanderparkplatz an der Neumannmühle stehen nur 2-3 Autos. An der Buschmühle weht die Wäsche im Wind.
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Der Aufstieg zum Arnstein – dem Ottendorfer Raubschloss

Gegenüber der Buschmühle, rechts neben der Dorfbachgrundstraße beginnt der nächste Aufstieg.
Der Weg steigt schnell an und in wenigen Metern ist man hoch über der Straße. Dieser Wanderweg ist Teil des Malerweges. Am nächsten Abzweig geht es weiter Richtung Arnstein, an dessen Fuß entlang, die Felsen ragen steil auf. Man läuft förmlich am Arnstein vorbei, um ihn dann von hinten her zu erklimmen. Ein unscheinbares Schild und eine kleine Treppe verrät, jetzt geht es richtig hinauf.
Felsen, Treppen und schmale Pfade machen den Aufstieg fast zu einem kleinen Abenteuer. Noch spannender wird es am Fuße der Felsen, eine Sandsteintreppen mit schmalem Durchgang (achtet auf euren Rucksack) und zwei weiteren Treppen führen dann auf das Gipfelplateau.

Der Arnstein ist auch besser als Ottendorfer Raubschloss bekannt, den auf ihm befinden sich die Überreste einer Felsenburg, der Burg Arnstein. Noch zu erkennen sind Steintreppen, ein Burgverlies, Felsklammern, Balkenlager für den ehemaligen Burgfried, die Zisterne, eine Höhle mit Bearbeitungsspuren und Felszeichnungen.

Und der Ausblick ist ebenfalls eine Belohnung. Deutlich zu erkennen, die Affensteine und der markante Bloßstock, dahinter zeigt sich der Hohe Torstein der Schrammsteine heraus. Freistehend, fast unwirklich ragt der Falkenstein aus dem bewaldeten Tal heraus.
Am Fuße des Arnstein machen wir Rast bevor es  weiter zur nächsten Aussicht geht.

Tägers Wonne

Benannt nach Eduard Hermann Täger, Revierförster von 1845 bis 1948 ist dieses Flurstück (Tägers Weh) und der dazugehörige Aussichtspunkt.
Von Tägers Wonne reicht der Blick tief ins Kirnitzschtal. Wälder ziehen sich bis zum Horizont, Felsen ragen aus den Wäldern empor, in diesem Fall der Heulenberg und die E-Flügel Wand.
Durch einsame Wälder, erst Nadelwald und dann ein reiner Buchenwald wandern wir zur Dorfmühle mit der Lama-Farm. In der Dorfmühle, die 1761 errichtet und ab 2012 aufwendig saniert wurde, befinden sich seit 2020 Ferienwohnung.

Für mehr Infos bitte dem Link folgen.
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Rückweg durchs Dorf und Fazit

Von der Dorfmühle laufen wir auf der Straße entlang des Dorfbaches durch Ottendorf. Hier treffen wir den ersten Menschen am heutigen Tag, mit dem wir einen kurzen Plausch machen.
Der Weg führt uns vorbei an einer Hütte, die wie ein Museum wirkt, jedoch kann man sich darin einmieten - gruselig.
Weiter oben befindet sich die Arnsteiner Hütte, welche wesentlich ansprechender ausschaut. Sie ist eine Selbstversorgerhütte mit 12 Schlafplätzen. Noch ein Stück dorfaufwärts findet man die Ottendorfer Hütte. Diese ist neben Gaststätte, auch Ferienunterkunft und Herberge und führt auch Kletterkurse durch.

Mehr Informationen unter hier:  Arnsteiner Hütte | Ottendorfer Hütte

Fazit dieser Tour

Diese Rundwanderung gehört zu den stillsten Touren der Hinteren Sächsischen Schweiz.
Wer Einsamkeit, Natur und das Gefühl echter Wildnis sucht, wird diese Wanderung lieben,
bei der nicht nur die Landschaft beeindruckt – sondern vor allem die Stille.

Erweiterung über den Kleinstein mit seine traumhaften Kleinsteinhöhle sowie über Saupsdorf möglich (siehe Infoblock).


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